Říčany in Tschechien

Říčany ist eine Stadt mit ca. 14.500 Einwohnerinnen und Einwohnern, ungefähr 20 km südöstlich von Prag, in Tschechien. 

Die Stadt Borken hat seit ein paar Jahren einen guten Kontakt zur Stadt Říčany, obwohl keine offizielle Städtepartnerschaft besteht. Říčany ist mit unseren Partnerstädten in Whitstable, Albertslund, Mölndal, Bolkòw, Grabow und Dainville (Frankreich) städtepartnerschaftlich verbunden.

Der Ausschuss für Kultur, Schule und Sport hat am 05.04.2017 die Erweiterung der städtepartnerschaftlichen Kontakte der Stadt Borken mit der tschechischen Stadt Řičany befürwortet und die Verwaltung beauftragt, die Kooperation vorzubereiten. 

Im Rahmen von verabredeten Delegationsbesuche besuchte am 09.06.2017 eine kleine Borkener Delegation die Stadt Řičany. Der Delegation gehörten an:

  • Mechtild Schulze Hessing, Bürgermeisterin
  • Markus Lask, Leiter der Stabsstelle Kommunikation, Marketing, Kultur und Weiterbildung
  • Klaus Queckenstedt, Vorsitzender Ausschuss für Kultur, Schule und Sport
  • Markus Rößing, 1. Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Borken e.V.

Die Delegation wurde von der Stadt Řičany empfangen. Es nahmen u.a. teil:

  • Hana Špačková, stellv. Bürgermeisterin
  • Vladimír Polánský, Ratsmitglied
  • David Michalička, Ratsmitglied
  • Petra Šmolíková, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins
  • Erika Straškrabová, Partnerschaftsverein
  • Iveta Sinkulová, Leiterin der Musik und Kunstschule

Die Delegation wurde sehr herzlich im Rathaus der Stadt Řičany empfangen. Nach einer Vorstellung der Stadt Řičany und der Präsentation der partnerschaftlichen Aktivitäten in 2016 und 2017 gab es beim gemeinsamen Spaziergang durch Řičany Zeit für
persönliche Gespräche. Es wurden weiterhin erste Überlegungen der möglichen weiteren Zusammenarbeit besprochen, wie z.B. einen Austausch von Schülerinnen und Schülern, einen Austausch über die Musikschulen oder den Austausch von Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern.

Am 12.07.2017 hat der Rat der Stadt Borken einstimmig die Städtepartnerschaft mit der tschechischen Stadt Řičany beschlossen.

Spaziergang durch Říčany

Die Stadt Říčany, ungefähr 20 km südöstlich von Prag entfernt, verbreitete sich in einer flachwelligen, bewaldeten Landschaft. Man kann hier angenehm wohnen und wird von seiner reichen Geschichte gefangen genommen. Nach „Hajeks Chronik“ bezieht sich die erste Erwähnung über Říčany auf das Jahr 748, wann die erste Schlacht um den Hof in Říčany geliefert wurde.

Zu den charakteristischen architektonischen Baudenkmälern gehört die Ruine einer einst prunkvollen Burg aus der Zeit der letzten
Przemysliden, später von den Hussiten besetzt. Auf dem Platz, dessen Grundriss für seine seltene frühgotische Parzellierung unter dem
Denkmalschutz steht, finden wir die St.-Peter und-Paul-Kirche. Das Gewölbe der unauffälligen Kirche in ihrem Interieur schmücken die Fresken aus der Zeit um 1400. Unweit entdecken wir eine Betsäule aus dem Jahre 1699. Einem Schloss ist „Olivovna“ ähnlich, von dem Ehepaar Oliva im Jahre 1890 als eine Erziehungsanstalt für vernachlässige und verlassene Kinder gegründet. Heute dient sie als Kindergenesungsheim-Respirationserkrankungen. Die Stadt erlebte nach dem Dreißigjährigen Krieg einen Verfall und nach dem Bau der k. und k. Eisenbahn Prag - Wien 1869 eine Blüte. In dieser Zeit begann man hier luxuriöse Villen zu bauen und Říčany wurde zu einer viel gesuchten Erholungslokalität. Zu dieser Zeit betreibt die Stadt für ein ausgeführtes Territorium die Staatsverwaltung. Eine günstige Umwelt und eine vorteilhafte Verbindung mit Prag unterstützten ihre heutige dynamische Entwicklung und das Interesse der Investoren.

In Říčany kann man Museum, Kino, bzw. eine Vorstellung des Theatervereins „Tyl“ oder andere Auftritte örtlicher Ensembles besuchen. Regelmäßig sind Konzerte erstklassiger tschechischen Interpreten zu hören, die der Kreis der Musikfreunde organisiert. Der Masarykplatz verwandelt sich seit Frühlingsmonate in eine improvisierte Bühne für verschiedene Auftritte. Die Kinder feiern hier ihren Kindertag, die Sommerferien wurden regelmäßig mit der Peter und Paulus Kirmes eröffnet. Im September füllt das historische
Fest Die Nase von Říčany den Platz auf, folgt die für alle Wettkämpfer ohne Altersunterschied bestimmte Rollerrallye. Am Vorabend von Weihnachten treffen sich die Menschen unter dem strahlenden Weihnachtsbaum in der Atmosphäre der Weihnachtslieder und des Weihnachtsleckerbissenduftes.

Im Sport dominieren die Rugby-Spieler. Auf ihre Kosten kommen sich hier auch die Fußball-, Eishockey-, Tennis-, Tischtennis-, Fitness-, Radsport-, Reitsportfans, sowie die Interessanten für den Wetttanz oder das Wandern. Durch die Stadt führen auch viele touristische Wege und Radwege. Říčany hat seinen Lehrpfad, der sich Natur, Geschichte und Umweltschutz widmet. Sowohl die Touristen als auch die zufälligen Besucher können alles Wichtige über Říčany einschließend Kulturkalender, die Unterkunftsmöglichkeiten und andere Dienste in dem Büro des Informationscenters auf dem Masarykplatz erfahren.

Burg
Auf der Landzunge über dem Teich steht eine Ruine der gotischen Burg. 1260 – 1270 ließ sie der höchste Kammerherr Königs Przemysl Otokar II und Begründer des Herrengeschlechtes von Říčany Ondřej von Všechromy ausbauen. Diese verloren ihren Hauptsitz während der Hussiten Kriege und kamen nie auf die Burg zurück. Sie blieb leer stehend, wechselte den Besitzer mehrmals, bis sie im 16. Jahrhundert ganz verödete. Die Burg in Říčany war eine der ältesten steinernen Burgen in unserem Gebiet, von der königlichen Bauhütte als sich selten vorkommende Miniatur des königlichen Burgentyps erbaut. Sie stellt einen der Gipfel der adeligen Burgarchitektur der Zeit der letzten Przemysliden dar. Der unterliegende Teil diente als Vorratskammer für Lebensmittel, Waffen und Munition. Im zweiten Stock waren der Hauptsaal und zugleich der Wohnraum des Burgherrn. Er wurde mittels eines mächtigen Kamins ausgewärmt und bloß mit Wichtigstem ausgestattet – mit Truhen, die als Wäschekästen und zunächst als Betten dienten, mit einigen Stühlen, einem großen Tisch und auch mit einem Abtritterker (dem Klo im Erker). Drin spielte sämtliches Familien- und Gesellschaftsleben ab.

Die Burgen dieses Alters blieben heute meistens nur im Grundriss erhalten. In Říčany sind fast die ganze Palastfront, die Ecke des Donjons (Abwehrturmecke) und der Brunnen mittel im Burghof erhalten. Den größten Teil der Burg nahm das herumliegende Städtchen
auf.

St. Peter und Paul Kirche
Die Dominante des Platzes ist die ursprünglich gotische St.-Peter und-Paul-Kirche, wahrscheinlich aus dem Jahre 1270. Vom gotischen Stil blieben bis heute ein Teil der südlichen Mauerwerks mit einem Spitzfenster, der erste Stock des ehemaligen Turms mit Kreuzgewölbe und Freskenreste aus der Zeit um das Jahr 1400 erhalten. In der Renaissancezeit wurde die Kirche ausgebreitet und erhöht (Gewölben mit Kämmen im Presbyterium und über den beiden Seitenoratorien). Noch 1628-29 wurden zwei neue Glocken beschafft, der Heilige Peter und der etwas kleinere Heilige Paulus, die bis heute erhalten sind. In der darauf folgenden schweren Zeit des Dreißigjährigen Krieges wurde die Kirche fast zerstört. Deswegen ließ die Besitzerin der Herrschaft Maria Theresia Savoy die Kirche 1719 im hochgotischen Stil umbauen. Die Bauinstandsetzungen verliefen auch im 19. Jahrhundert. Von der inneren Ausstattung sind der spätbarocke Altar, die Kanzel aus dem Jahre 1725, das Adam und Eva dargestellte Relief aus dem Ende des 18. Jahrhundert und drei altertümliche Grabsteine zu empfehlen anzusehen. Hinter der Kirche steht eine barocke Sandsteinstatue aus dem Jahre 1759, die den katholischen Heiligen Johann von Nepomuk darstellt. Neben ihr befindet sich eine neuzeitliche St.-Wenzel-Statue, die im Barockstil 1937 angehaut wurde.

Betsäule
Die vergoldete Statue von Maria Immaculata (Jungfrau) mitten auf dem Masarykplatz blickt vom Gipfel auf dem von einem massiven Steingeländer geschützten Steinsockel herab. Die Jungfrau Maria hat gefaltete Hände, eine Aureole mit zehn Sternchen um den Kopf herum, und steht auf der von einer Schlange mit einem Apfel im Mäulchen geringelten Weltkugel (Siegessymbol über die erste Sünde). Die Staute aus dem Jahr 1699 ist eine vereinfachte Variante der Betsäule von dem Bildhauer Jiří Bendl aus dem Jahr 1652, die bis ihre Gewaltabtragung im Jahre 1918 auf dem Altstädter Ring in Prag stand. Wer der Autor der Betsäule in Říčany ist, wer sie bestellte und warum, bleibt unbekannt. Gewöhnlich wurden solche Säulen als Danksagung für Abwendung einer Katastrophe, meistens der Pestseuche oder des Krieges errichtet.

Altes Rathaus
Das Rathaus wird schon in der ersten Beschreibung des Städtchens Říčany 1565 erwähnt. Alle darauf folgenden Jahrhunderte brachten immer ein neues Gebäude. In der Hälfte des 19. Jahrhunderts kam in Böhmen in dem Bereich der Staatsverwaltung zu markanten Reformen. Říčany, bis dahin ein Städtchen, was der Herrschaft in Uhříněves untertan war, wurde 1855 zum Sitz des politischen Kreises für 90 Gemeinden und fast 30 000 Einwohner. Man brauchte ein eigenständiges Rathausgebäude, das ein würdiger Sitz des Kreisgerichtes, der Steuerbehörde und der Kreishauptmannschaft werden könnte. Deswegen wurde mitten auf dem Platz ein repräsentatives zweistöckiges Gebäude erbaut, heute das Alte Rathaus genannt. Eng daran grenzt das ehemalige Gerichtsgebäude. An der östlichen Mauer des Alten Rathauses befindet sich das Nationalbefreiung-Denkmal mit einem Sandsteinrelief nach dem Entwurf des Bildhauers Břetislav Benda, das den Gefallenen in beiden Weltkriegen gewidmet ist.

Maut
Das älteste erhaltene Gebäude in Říčany ist das Haus Nr. 44 in der 17.-November-Straße. Das Haus, nach einem der ersten Besitzer „Zu Böhmen“ genannt, wurde 1706 auf dem Gemeindegrundstück als Mautgebäude erbaut. Wie bekanntlich, die Maut war eine Stelle, wo die gleichnamige Gebühr für die Wege-, Straßen- oder Brückenbenutzung (heute Autobahnen oder Tunnels) eingehoben wurde. Im Mittelalter wurde so auch die Gebühr genannt, die von der örtlichen Obrigkeit an den festgelegten Stellen für Schutz, z. B. bei dem Durchgang durch die Herrschaft, eingehoben wurde. Es wurde auch Maut für eingeführte Ware eingehoben, die in den Städten feil gehalten wurde. Das ehemalige Mautamtgebäude war neulich rekonstruiert und modern herrichtet.

Stadtmuseum
1908 beschloss die Gemeindevertretung in Říčany über die Entstehung eines Museums. Das wechselte einige Mal seine Wirkungsstätte. Erst fast nach 40 Jahren gewann es würdige Räume für seine Sammlungen in einer von der Mäzenatin Růžena Klímová gewidmeten Villa. Sein Anfang ist mit der Persönlichkeit des Oberlehrers Alois Mudruněk verbunden. Der größte Teil des Museums dient kurzfristigen Ausstellungen, die so konzipiert sind, um schrittweise die ganze Skala der Sammlungen in Říčany, regionale Sehenswürdigkeiten und andere kulturhistorische Werte auszustellen. Alle Ausstellungen werden mit fachlichen und populären Veranstaltungen begleitet. Es blieb nur ein Teil von der ständigen Exposition, der unmittelbar die Stadtgeschichte illustriert. So gefasste Präsentation der Sammlungen lässt uns hoffen, dass das Museum für seine Stadt nicht alltäglich wird. Es bietet seinen Besuchern immer viel Interessantes an.

Bahnhof
Auf die Entwicklung von Říčany hatte der Bau der Eisenbahn Prag - Benešov 1869 einen großen Einfluss. Fünf Jahre später gewann Říčany sein erstes, vorläufig einstöckiges Bahnhofsgebäude. Das hatte eine grundlegende Bedeutung für das Stadtwachstum und für die Entstehung des Erholungsgebietes um Říčany. Die Eisenbahn brachte Říčany zu Prag näher, weil sie täglichen Pendelverkehr zur Arbeit ermöglichte und zugleich öffnete hiesiges Gebiet für die Erholung der Prager. Und wie sie munter war! Vor dem ersten Weltkrieg fuhren sechzehn Züge täglich nach Říčany, die jährlich 150 000 Menschen transportierten. Im Jahre 1937 waren es schon zwanzig regelmäßige Zugverbindungen in beide Richtungen, mit denen 1 900 Berufstätige und Studenten jeden Tag nach Prag fuhren. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude hätte für so einen Ansturm der Reisenden lange nicht gereicht, deshalb wurde es schon 1894 in ein einstöckiges Gebäude umbaut und in dieser historischen Gestalt dient er seinem Zweck bis heute.

Zur Denkwürdigen Linde
Das altertümliche Dorf Radošovice wird erstes Mal 1357 in den Landtafeln erwähnt. Die Entwicklung des Erholungsgebietes um Říčany anfangs des 20. Jahrhunderts bedeutete auch ein wesentliches Wachstum von Radošovice, das mit seinem Anschluss an das
benachbarte Říčany gipfelte. Auch das Gesicht der Gemeinde veränderte sich ziemlich dank der ausgedehnten Villenbebauung. An die Dorfvergangenheit mahnt heute nur der ehemalige Dorfplatz von Radošovice, das malerische Plätzchen Zur Denkwürdigen Linde, auf dem gleichsam die Zeit stehen blieb. Es wird mit einem Gusseisenkreuz auf dem Sandsteinsockel aus dem Jahre 1872 und eine
altertümliche Kapelle mit einem Glöckchen geschmückt. Auf dem nicht besonders entfernten Tschechoslowakische-Armee-Platz in der Mitte der Bebauung aus der Periode der Ersten Republik steht das den im ersten Weltkrieg Gefallenen gewidmete Denkmal mit einer Bronzeplakette von František Lhoták aus dem Jahre 1921, die den ersten Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik T. G. Masaryk darstellt und zu der später Namen der Opfer des zweiten Weltkriegs angeknüpft wurden.

Jureček
Auf dem Freibad Jureček mit seinen Umkleidekabinen und seiner altväterischen Anmut kommt sich der Besucher bis heute wie im Film Rozmarné léto (Kapriziöser Sommer) vor. Der malerische Teich am Wald erweckt den Eindruck, als ob er hier seit je wäre. In Wirklichkeit ließ ihn die Gemeinde Radošovice in den 20. Jahren des 20. Jahrhunderts mit den Kosten von 500 000,- Kronen errichten, weil sie den Ferienort weiter entwickeln wollte. Im August 1934 wurden hier ein Freibad und ein Gasthaus eröffnet. Die wurden
sofort zu einem viel gesuchten Ausflugsziel. Das Freibad bot nicht nur Wasserlustbarkeiten, sondern auch Musik, Tanz,  Vergnügungsprogramme, gute Küche, Tennisplätze und im Winter Eisfläche an. Viele bekannte Künstler, z.B. Ljuba Hermannová,
Jiřina Štěpničková oder František Smolík beliebten es sich. Der liebste Gast war hier aber Oldřich Nový, der sogar ein Einfamilienhaus für seine Familie in der Nähe mietete. Und der Name: Das Freibad und das Restaurant tragen den Namen nach Antonín Jureček, der sich für die Gäste fast von Anfang an bis 1958 kümmerte.

Olivovna
Für das gesunde Mikroklima, empfohlene auch von dem renommierten Arzt MUDr. Josef Thomayer, war am 18. Oktober 1896 in Říčany die „Erziehungsanstalt der Eheleute Oliva“ von einem bedeutenden Prager Bürger und Gönner Alois Oliva und seiner Frau Luisa
eröffnet. Ihr Zweck war: „… Sich vor allem um die moralisch vernachlässigen Kinder kümmern, denen eine große Gefahr volles Moralverderbens droht … Erst in der zweiten Reihe kommt auch das Annehmen von solchen Kindern in die Frage, für die sich bloße
Verwaisung und Urmut einsetzen. Die Anstalt nimmt an sich die Pflicht, ihnen das Zuhause zu ersetzen, sich für ihre angemessene physische Versorgung zu kümmern, ihnen Bedarfsschulausbildung zu bieten, ihre Moral zu veredeln und diese für das praktische Leben mit gehöriger Hinsicht auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse jedes von ihnen. …“ Um das Wohl und die Erziehung von 80 Mädchen und 40 Jungen kümmerten sich siebzehn Personen einschließlich Lehrer, Priester und Nachtwächter. Zu der Anstalt gehörten Schulklassen, eine Kapelle, Wohnungen für das Personal und ein Park mit Garten. Der Betrieb der Anstalt wurde vorwiegend von Olivas Stift finanziert, der vom Ertrag von fünf Prager Häusern, weiter dann von Pflegekosten, was für die Kinder bezahlt wurden, und von den Erträgen der Zöglinge im anliegenden Wirtschaftsobjekt mit Ställen, Stallungen, Speichern, Feldern und einem Obstgarten bestand.
1926 wurde „Olivovna“ zum Kindergenesungsheim der Hauptstadt Prag, nach dem 2. Weltkrieg Kinderlungengenesungsheim und anfangs der 80. Jahre wurde in eine Kinderheilanstalt der Respirationserkrankungen verwandelt. 1990 erneute seine Tätigkeit
auch Olivas Stift.

Marvánek
An der Wende der 19. und 20. Jahrhundert wurde Říčany zum Prager Ferienort, aber im Vergleich mit anderen Erholungsorten hatte es einen Nachteil – ein Mangel an Freibädern. Deswegen ließ die Stadt 1934 einen altertümlichen Teich erneuern und drei Jahre später
eröffnete es auf ihm ein modernes Freibad mit Strand und Abteilungen für Schwimmer, Nichtschwimmer und Kinder. Zur Ausstattung gehörten Umkleidekabinen mit Dachterrasse, Duschen, Springbrett, Rutschbahn, eine Reihe von Vergnügungseinrichtungen und ein Restaurant. In Sommersaisonen veranstaltete man hier Feierlichkeiten und Schwimmwettkämpfe. Im Winter wurde Marvánek als
Wintersportplatz für Schlittschuhlaufen und Eishockey ausgenutzt. Das Freibad diente seinem Zweck lange Jahrzehnte, bis es ganz herabkam. Heute dient der Teich Marvánek als natürliches, nicht herrichtetes Freibad.

St. Wenzel Kirche in Jažlovice
Das Dorf Jažlovice, früher Žežlovice genannt, liegt 3,5 km südöstlich entfernt von Říčany. Es war hier ein schon im 16. Jahrhundert erwähntes Kastell. Im östlichen Teil der Gemeinde steht eine ursprünglich romanische St.-Wenzel-Kirche mit einer Hufeisenapsis und einem etwas jüngeren zylindrischen Turm. Die ursprünglich romanische Rotunde (heute Apsis) wurde im 13. Jahrhundert teilweise abgetragen und um einen Schiff aus großen Bauelementen erweitert. Die Kirche wurde schrittweise barockisiert und ihr Schiff 1854 wieder erweitert. In der Kirche sind die unlängst entdeckten gotischen Fresken aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts zu empfehlen anzusehen.

Lehrpfad „Říčansko“
Der Lehrpfad macht die Besucher der Stadt Říčany mit einigen von ihren Sehenswürdigkeiten und mit der Natur in ihrer nächsten Umgebung bekannt. Einen anspruchslosen, nicht einmal 9 km langen Spaziergang bewältigen auch weniger tüchtige Touristen. Das erste Anhalten ist im Zentrum von Říčany, am Alten Rathaus auf dem Masarykplatz. Der Pfad läuft anfangs durch die Stadt, dann durch herumliegende Wälder und schließlich führt er nach Říčany zum Freibad Jureček herum. Der ganze Pfad führt auf gut gehbaren Stadt-, Feld- und Waldwegen, die auch für die Kinder geeignet sind. Die ersten drei von den 18 Anhalten widmen sich der Geschichte und Kultur, die letzten dann der Kultur und allgemeiner Umweltproblematik. Alle anderen Anhalten wurden thematisch an die Natur und die mit ihr verbundenen Tätigkeiten orientiert: Bäume, Teichwirtschaft, Botanik, Saugtiere, Jagdwesen, Pilze, Wald, Wasser und Quellen, Insekt, Erdoberfläche, Geologie, Wirbellose, Reptilien, Lurche, Vögel.

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Stammtisch


Der nächste Stammtisch findet erst am Donnerstag, den 28. September um 20 Uhr im Café Villa, an der Heidener Straße 34 (am Kaufland Kreisel) statt.

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