Bolkenhain im Sonnenschein

Vor dem Kloster in TrebnitzDas lange Wochenende um Fronleichnam nutzte der Borkener Partnerschaftsverein  zu einem Besuch in Borkens Partnerstadt Bolkow/Polen. Mit 40 Reiseteilnehmern war der Menchen-Bus mit Fahrer Heinz Kilian gut besetzt. Jochen Meier, gebürtiger Bolkenhainer und Ehrenbürger dieser niederschlesischen Stadt, hatte mit seinem Vorbereitungsteam Karin und Gerd Duvenhorst den Besuch bestens  vorbereitet.

Schon in den Vorbereitungstreffen und zusätzlich im Bus wurden ausreichende Informationen ausgegeben. Zusätzlich zeigte sich Jochen Meier als in allen Belangen ortskundiger und wissender Reiseleiter aus. Eine wahre Flut von Daten, Zahlen und Fakten ergoss sich über die staunenden Reisenden. Auch berichtete Jochen Meier über seine Kindheitserlebnisse in Bolkow und  die Ursprünge seiner Familie.

Somit dürfte die Fahrt zu einem bleibenden Erlebnis für jeden der Teilnehmer, von denen  einige ebenfalls wie Meier aus dem ehemaligen Bolkenhain stammen, geworden sein. Ein erster Stopp war in Görlitz angesetzt. Dort erhielten die Borkener bei einer Stadtführung einen Einblick in die Gründerzeit dieser Grenzstadt an der Neiße. Weiter ging es nach Bolkow. Dort wurde die Reisegruppe durch Bürgermeister Jaroslaw Wronski, die Ratsvorsitzende Jolantha Mataiczak und Marek Janas bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Hacjenda“ ganz herzlich begrüßt. Der Chor "Echo"

Am nächsten Tag fand im Kulturhaus der Stadt der offizielle Empfang statt. Da hatten sich die Gastgeber viel Mühe gegeben, umrahmt wurde das Programm von Tänzen der Gruppe „Metamorfosa“ und Musik der Band und dem Chor „Echo“. Marek Janas, ehemaliger Ratsvorsitzender und Schulleiter,  erläuterte in deutscher Sprache durch eine Powerpointpräsentation  ausführlich die umfangreichen Maßnahmen, die Bolkow in den letzten Jahren mit EU-Unterstützung getätigt hat. Dabei wurde deutlich, dass bereits eine Fülle von Projekten durchgeführt wurde, die zur Verschönerung und zur Verbesserung der Lebensqualität in Bolkow führen. So die Wasser- und Abwasserversorgung, ErneuerungDie Gruppe "Metamorfosa" der Infrastruktur und weitere Maßnahmen. Ebenfalls sind neue Projekte, wie Renovierung  des Marktplatzes mit seinen auffälligen Arkaden und Treppenaufgängen mit einem Gesamtvolumen von ca. zwei Millionen Euro geplant. Hier befindet sich auch der Engelsbrunnen. Auch in Borken steht ein solcher neben dem Rathaus. „Wir wollen neue Wege gehen und das im wahrsten Sinne des Wortes“, versicherte Marek Janas im Hinblick auf die erfolgte „Revitalisierung“ des Stadtparks, in dem ein Gedenkstein mit einer Tafel in beiden Sprachen für die vertriebenen polnischen und deutschen Der Gedenkstein im StadtparkBürger errichtet wurde. Dort zündeten Jochen Meier und der Jaroslaw Wronski eine Kerze an zum Gedenken an die unseligen Zeiten.Der Bürgermeister  dankte dem Reiseleiter und der Stadt Borken für die finanzielle Unterstützung vor allem auch für die bevorstehende Renovierung der ehemaligen evangelischen Kirche, in der neben anderen Veranstaltungen Konzerte oder Ausstellungen stattfinden sollen. „Ich habe noch viele Ideen“, blickte Wronski in die Zukunft.

Von der Realisierung einiger Projekte konnten sich die 40 Reiseteilnehmer bei einem Stadtrundgang selbst überzeugen. Einen Einblick in das kulturelle Leben Bolkows erfuhr die Gruppe auf der geschichtsträchtigen Bolkoburg, deren mächtiger Bergfried die Stadt überragt,  mit Spielen und Tanzvorführungen aus der Zeit der Ritter und Edelleute. Dort gab es auch eine kräftige Mahlzeit, die durch einen oder mehrere abschließende Wodkas „verfeinert“ wurde. Zunächst aber war ein Aufstieg auf den Bergfried Pflicht. Wer ihn versäumte, hatte etwas verpasst, denn aus luftiger Höhe hatte der Besucher einen tollen Überblick über Bolkow und das Umfeld. Gigantisch!

Der BeDie Kirche in Bolkowsuch des Klosters Trebnitz mit dem Grab der heiligen Hedwig stand am nächsten Tag auf dem Programm.  Eine Ordensschwester erläuterte der Gruppe die Klosteranlage und zeigte sich versiert in der Geschichte. Weiter ging es bei tropischen Temperaturen nach Breslau. Hier stand wieder eine Stadtbesichtigung auf der Agenda. Universität, Kirche, das Bonhoeffer-Denkmal und viele andere Sehenswürdigkeiten (Wroclawskie Krasnale = Breslauer Zwerge) dieser Stadt wurden in Augenschein genommen. Anschließend hatte jeder die Möglichkeit, auf eigenen Wegen die Universtätsstadt zu erkunden. Viele trieb es aber in die nahe gelegenen Gasthöfe zu erfrischenden Getränken.
Am Abend gab es im „Schweidnitzer Keller“ wahrscheinlich dem ältesten Ratskeller überhaupt, ein gemeinsames Abendessen, bevor es wieder nach Bolkow zurück ging. Denn hier war die Gelegenheit gegeben, an einem Tanzabend am Freibad teilzunehmen.

Schon stand am nächsten Morgen, einem Sonntag, stand die Rückreise an. Bunzlau war noch einmal eine Haltestation der Borkener Gruppe. Dort war der Werksladen einer Keramikwerkstatt der berühmten Bunzlauer Keramik,  Ziel der Gruppe, um die letzten Zlotys unters Volk zu bringen. Danach aber ging es endgültig nach Hause. Borken wurde gegen 21.00 Uhr erreicht und ein jeder der Reiseteilnehmer war sich sicher wieder einmal etwas ganz Besonderes erlebt zu haben.

Friedhelm Triphaus

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